"Ein Schloss ist das jedenfalls nicht"

..so Hartmut Dorgerloh, Generalintendant des Humboldt Forums,

wie heute das Berliner Stadtschloss offiziell heißt.

Es handelt sich um eine architektonische Teil-Rekonstruktion des Schlosses, wie es in der Regentschaft Friedrich Wilhelms I. ausgesehen hatte, bevor es 1951 endgültig von der DDR beseitigt wurde.

 

Der Entwurf des Architekten Franco Stella ist ein Hybrid: Die Rückseite des Schlossbaus modern gestaltet, kühl, sachlich, emotionslos - im krassen Gegensatz zum norddeutschen Barock der drei rekonstruierten Schlossfassaden. Dorgerloh erinnert zum Vergleich an die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche: Was Egon Eiermann am Breitscheidplatz nach 1945 umgesetzt habe, versuche der Architekt nun mit dem Humboldt-Forum nach der Wiedervereinigung.

 

Auch der Zweck des Baus ist ein anderer geworden: Es soll ein ‘Forum’ sein, eine Plattform für öffentliche Debatte und Aussprache. Franco Stella bildet dies im Innern durch Elemente unterschiedlichster Gebäudefunktionen im Laufe der Geschichte ab. So finden sich Relikte des "Palasts der Republik" (der DDR), ein archäologischer Parcours durch den Berliner Untergrund, Fundamente des Renaissance-Schlosses neben älteren Resten eines Dominikanerklosters, verrosteten Maschinen der Heizungsanlage, die Kaiser Wilhelm II. einbauen ließ – bis hin zu den nun konservierten Löchern für die auf Walter Ulbrichts Geheiß 1950 angebrachten Sprengladungen.