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Jerusalem

Der für mich eindrücklichste Ort, an dem ich je gewesen bin, ist Jerusalem, vor allem die Altstadt von Ost-Jerusalem. Bis zum Sechstagekrieg 1967 befand sich nur Westjerusalem unter israelischer Herrschaft. Ostjerusalem, und somit die Altstadt, wurde von Jordanien kontrolliert: Sämtlicher Synagogen wurden damals zerstört und alle Juden vertrieben, viele von ihnen getötet.


Unter Berücksichtigung der Historie erschien es mir 2019 als ‚Wunder‘, dass heute an dieser Stelle ein halbwegs ‚friedliches‘ Zusammenleben überhaupt möglich sein sollte. Aber es war möglich. Heute leben hier alle Religionen nebeneinander und üben ihre Religionsfreiheit aus. Was mir damals erst richtig bewusst wurde: In Israel leben circa 1.3 Millionen arabische Israelis - mit voller Staatsbürgerschaft.


In der Altstadt von Jerusalem, von einer Stadtmauer umgeben, findet sich wie wohl an keinem anderen Ort der Welt wie in einem Brennglas auf engstem Raum eine große Anzahl von Religionen, Ethnien und politischen Überzeugungen. Juden, Moslems, Christen, Säkulare, jeweils in unterschiedlichsten und zum Teil konträren religiösen und politischen Denkrichtungen: Jerusalem wird von ihnen allen als heilige Stadt angesehen. Die bedeutendsten Symbole ihrer Religionen liegen nur wenige Meter voneinander entfernt - innerhalb der sehr engen Grenzen der Altstadt. Die circa 400 Meter lange Klagemauer ist das wichtigste jüdische Heiligtum der Welt. Rechts von der Mauer führt eine Holzbrücke in wenigen Metern zum Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee. Der Felsendom ist der älteste monumentale Sakralbau des Islams und eines der islamischen Hauptheiligtümer. Als Grabeskirche wird die ebenfalls in der Altstadt gelegene christliche Kirche bezeichnet, die an der überlieferten Stelle der Kreuzigung und des Grabes Jesu steht. Die Kirche zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums.


1981 wurde die Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Die Fotos sind vom Juni 2019.



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