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Fotografie und die Arbeit mit Medien hat in meiner Jugend den Alltag unserer Familie in Hamburg bestimmt: Meine Mutter arbeitete beim NDR in der MAZ. Mein Vater war  freiberuflicher Berufsfotograf. Die Schiffswerft H. C. Stülcken, der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und die Deutsche Shell waren seine wichtigsten Kunden.​​


Bei ihm lernte ich früh die Grundbegriffe und Zusammenhänge der Fotografie und der Selbstständigkeit sozusagen 'von der Pieke auf' kennen. Auf vielen seiner Reisen habe ich ihn begleitet.

 

Er arbeitete mit zwei Leicas, 6x6 Rolleis, sowie einer Linhof-Fachkamera. Die vorwiegend schwarz-weißen Bilder entwickelte er in der häuslichen Dunkelkammer und lieferte sie persönlich am nächsten Tag beim Kunden aus.

Den Fotoapparat, zu Beginn meine analoge Leica, in meiner Erinnerung eine IIIc, habe ich nie wirklich aus der Hand gelegt, aber mein berufliches Interesse galt anderen Themen. ​

 

Als Geschäftsführer und Eigner mehrerer Druckereien und schließlich einer Werbeagentur richtete sich mein Blick immer stärker auf die Wirkung von Bildern. So war es folgerichtig, in die Fotografie zurückzukehren, wenn auch nicht als 'Professional', so doch als engagierter Amateur.

Im November 2020 habe ich mein gesamtes Sony-, Nikon- und Pentax-Equipment in Zahlung gegeben für den Erwerb zweier Leicas: Einer 'Q' und einer 'SL'. Logischer Schritt? Rationale Entscheidung? Auf jeden Fall ein gutes Gefühl und eine spürbare Reduktion und Konzentration auf das (für mich) Wesentliche.

 

Auf der Q ist das Summilux 1.7/28mm fest verbaut; auf der Leica SL überrascht mich das 50 mm APO-Summicron-SL 1:2 ASPH immer wieder aufs Neue.

 

Überhaupt scheint mir, dass es die Objektive sind, die den Fotos den 'Leica-Look' verleihen, von dem so oft die Rede ist. Aber egal, ob es sich dabei um Einbildung, Wunschdenken oder Realität handelt: Die Qualität der Objektive ist herausragend.

Das Leica Summilux 1.7/28mm bietet einen idealen Weitwinkel für meine Architektur- und Street-Fotografie. Die Farben und Kontraste sind Leica-typisch und die Bildschärfe ist phantastisch. Ein 28mm-Objektiv ist laut Sergei Eisenstein "das einzige Objektiv, mit dem man technisch auf ein und demselben Bild sowohl die übertrieben großen Details des Vordergrundes als auch den Hintergrundkomplex mit außerordentlicher Wirksamkeit in gleicher Deutlichkeit vermitteln kann, wobei Vorder- wie Hintergrund im Schärfebereich behalten werden.“

 

Das Leica 50 mm APO-Summicron-SL 1:2 ASPH gilt als eines der besten Objektive, das Leica je gebaut hat. Phantastische Schärfe, verzeichnungsfrei, überragende Mikrokontraste im fokussierten Bereich, die die Leica-typische 3-Dimensionalität erzeugen. 50 mm Objektive gelten als "Normalobjektive" weil sie die Größenverhältnisse von Objekten im Vorder- und im Hintergrund des Bildes in etwa in der Weise abbilden, wie sie das menschliche Auge wahrnimmt (und nicht, weil sich die Brennweite von 50 mm, wie vielfach behauptet, 'in Übereinstimmung mit dem menschlichen Blickfeld' befindet; denn tatsächlich ist der Bereich, den wir visuell wahrnehmen, mit fast 180 Grad wesentlich weiter als die circa 45 Grad des 50 mm Objektivs am Kleinbild-Vollformat-Sensor).