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Wie ich fotografiere

Fotografieren ist seit einigen Jahren mein Weg, mich in der Welt umzusehen. Viele Orte hätte ich womöglich nie gesehen, wenn mich nicht meine Kamera dazu motiviert hätte. Es müssen keine 'großen' oder 'exotischen' Orte sein; auch 'vor der Tür' ist vieles zu entdecken.

Bei meiner Auffassung von Fotografie steht das Motiv eindeutig im Vordergrund. Ihm möchte ich mit meinem Foto gerecht werden; 'künstlerische' Fotos sind deshalb nicht mein Ding; ebenso wenig formale Spielereien, Effekte um des Effekts willen (wie man sie heute massenhaft bei Instagram findet; Fotos ohne Inhalt) oder Photoshop-Manipulationen.

Im besten Fall gelingt es, mit einem oder mehreren Fotos eine Geschichte rund um das gewählte Motiv zu erzählen und damit mir und dem Betrachter einen Erkenntnisgewinn zu verschaffen. Schnapsschüsse versuche ich zu vermeiden. Mein Bestreben ist, projektmäßig, mit einem Konzept ausgestattet rauszugehen und zu fotografieren; also quasi einen selbst gestellten Auftrag abzuarbeiten: Was muss ich zeigen, um eine Geschichte zu erzählen?

Regelmäßig verfolge ich mehrere Projekte parallel. Einige haben sich an einem Tag erledigt, andere gehen über Jahre, manche entstehen spontan, andere sind von langer Hand geplant. Unterstützende Recherchen sind fast immer Bestandteil des Projekts, denn aus sich selbst heraus sind Fotos (Motive) oft nicht wirklich verständlich oder führen sogar in die Irre.

Wie ich zur Fotografie gekommen bin

 

Fotografie und die Arbeit mit Medien hat in meiner Jugend den Alltag unserer Familie in Hamburg bestimmt: Meine Mutter arbeitete beim NDR in der MAZ. Mein Vater war freiberuflicher Berufsfotograf. Die Schiffswerft H. C. Stülcken, der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und die Deutsche Shell waren seine wichtigsten Kunden.

 

Bei ihm lernte ich früh die Grundbegriffe und Zusammenhänge der Fotografie und der Selbstständigkeit sozusagen 'von der Pieke auf' kennen. ISO, Blende, Verschlusszeit, Wahl des Films. Immer ging es ihm darum, die maximale Kontrolle über das Ergebnis zu erreichen. Zufällige Ergebnisse konnte er sich als Profi nicht leisten. Auf vielen seiner Reisen habe ich ihn begleitet, so zum Beispiel bei Stapelläufen auf der Werft oder bei Probefahrten der Schiffe bis Cuxhaven und zurück. Er arbeitete mit zwei Leicas, 6x6 Rolleis, sowie einer Linhof-Fachkamera. Die vorwiegend schwarz-weißen Bilder entwickelte er in der häuslichen Dunkelkammer und lieferte sie persönlich am nächsten Tag beim Kunden aus.

Den Fotoapparat, zu Beginn meine analoge Leica, in meiner Erinnerung eine IIIc, habe ich nie wirklich aus der Hand gelegt, aber mein berufliches Interesse galt anderen Themen. ​

Als Geschäftsführer und Eigner mehrerer Druckereien und schließlich einer Werbeagentur richtete sich mein Blick immer stärker auf die Wirkung von Bildern. So war es folgerichtig, in die Fotografie zurückzukehren, wenn auch nicht als 'Professional', so doch als engagierter Amateur.

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Welche Technik ich verwende

Im November 2020 habe ich mein gesamtes Sony-, Nikon- und Pentax-Equipment in Zahlung gegeben für den Erwerb zweier Leicas: Einer 'Q' und einer 'SL'. Logischer Schritt? Rationale Entscheidung? Auf jeden Fall ein gutes Gefühl und eine spürbare Reduktion und Konzentration auf das (für mich) Wesentliche.

Auf der Q ist das Summilux 1.7/28mm fest verbaut; auf der Leica SL überrascht mich das 50 mm APO-Summicron-SL 1:2 ASPH immer wieder aufs Neue. Überhaupt scheint mir, dass es die Objektive sind, die den Fotos den 'Leica-Look' verleihen, von dem so oft die Rede ist. Aber egal, ob es sich dabei um Einbildung, Wunschdenken oder Realität handelt: Die Qualität der Objektive ist herausragend.

Das Leica Summilux 1.7/28mm bietet einen idealen Weitwinkel für meine Architektur- und Street-Fotografie. Die Farben und Kontraste sind Leica-typisch und die Bildschärfe ist phantastisch. Ein 28mm-Objektiv ist laut Sergei Eisenstein "das einzige Objektiv, mit dem man technisch auf ein und demselben Bild sowohl die übertrieben großen Details des Vordergrundes als auch den Hintergrundkomplex mit außerordentlicher Wirksamkeit in gleicher Deutlichkeit vermitteln kann, wobei Vorder- wie Hintergrund im Schärfebereich behalten werden.“

Das Leica 50 mm APO-Summicron-SL 1:2 ASPH gilt als eines der besten Objektive, das Leica je gebaut hat. Phantastische Schärfe, verzeichnungsfrei, überragende Mikrokontraste im fokussierten Bereich, die die Leica-typische 3-Dimensionalität erzeugen. 50 mm Objektive gelten als "Normalobjektive" weil sie die Größenverhältnisse von Objekten im Vorder- und im Hintergrund des Bildes in etwa in der Weise abbilden, wie sie das menschliche Auge wahrnimmt (und nicht, weil sich die Brennweite von 50 mm, wie vielfach behauptet, 'in Übereinstimmung mit dem menschlichen Blickfeld' befindet; denn tatsächlich ist der Bereich, den wir visuell wahrnehmen, mit fast 180  Grad wesentlich weiter als die circa 45 Grad des 50 mm Objektivs am Kleinbild-Vollformat-Sensor).

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